{"id":765,"date":"2008-06-16T02:51:33","date_gmt":"2008-06-16T00:51:33","guid":{"rendered":"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=765"},"modified":"2011-01-03T21:49:57","modified_gmt":"2011-01-03T20:49:57","slug":"ipialeskolumbien-cuencaecuador","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tour-en-blog.de\/?p=765","title":{"rendered":"Ipiales\/Kolumbien &#8211; Cuenca\/Ecuador"},"content":{"rendered":"<p>Vor uns liegt Ecuador, f\u00fcr s\u00fcdamerikanische Verh\u00e4ltnisse ein kleines Land. &#8222;Nur&#8220; etwa 1200km werden wir hier radfahren.<br \/>\nErste Station ist die Stadt Tulcan nahe der Grenze zu Kolumbien. Dort zieht es uns auf den Friedhof. Angeblich hat ein Friedhofsg\u00e4rtner dort vor Jahren angefangen, die Hecken speziell zu beschneiden. Daraus ist nun ein ansehnlicher Heckenskulpturenpark geworden. Normalerweise ist derart frisierte Natur nicht mein Geschmack, der Friedhof in Tulcan beeindruckt mich aber trotzdem. Interessant sind auch die &#8222;Gr\u00e4ber&#8220; &#8211; eher nach Art einer Hochregallagers.<!--more--><br \/>\nWir \u00fcberqueren den \u00c4quator. Seit dem Bau eines neuen Touristenzentrums an einer anderen Stra\u00dfe, die den \u00c4quator kreuzt, hat das Monument, das wir passieren seine beste Zeit hinter sich. Eine Betonweltkugel umgeben von kaputtem Pflaster mit eingelassener Nulllinie, 1 einsamer Verkaufsstand, 4 weitere Personen, von denen 3 lediglich auf den Bus warten. Der Ort strahlt auf belustigende Art absolute Belanglosigkeit aus.<br \/>\nWir erreichen Quito, wo wir unsere Radbekanntschaften aus Kolumbien wiedertreffen. Zwei Tage verbringen wir in in der ecuadorianischen Hauptstadt, dann setzen wir unsere Fahrt in gro\u00dfer Gruppe fort &#8211; 4 Lieger\u00e4der, 2 Mountainbikes, 1 Anh\u00e4nger &#8211; 2x Schweiz, 2x USA , 2x Deutschland. Ein toller Zug, der sicher auch bei uns zu Hause Aufsehen erregt h\u00e4tte. Am n\u00e4chsten Tag trennen sich unser Weg und der der US-Amerikaner Andrew und Mikey. Mit gehobener Geschwindigkeit in Windschattenformation sausen nun 4 Lieger\u00e4der \u00fcber die Landstra\u00dfe &#8211; cool.<br \/>\nLeider verabschieden wir uns schon am folgenden Tag auch von Stefan und Pius. Stefans Rahmen ist in der Mitte durchgebrochen. Unfassbar, wenngleich an der Bruchstelle unsagbar schlecht konstruiert und somit nicht verwunderlich. Zum Gl\u00fcck passierte das im Stand, und wir fuhren gerade bergauf. Immerhin haben die beiden beim bergab Fahren schon die 100km\/h-Marke geknackt. Wir verladen den Falt-Tieflieger auf einen Kleinlaster und Denise und ich sind wieder zu zweit. Mit Pius und Stefan haben wir uns gut verstanden und h\u00e4tten es sicher eine Weile zusammen ausgehalten. G\u00fcnstigsten Falls w\u00e4ren wir bis ca. 600km nach Peru hinein gemeinsam gefahren.<br \/>\nUnsere Fahrt f\u00fchrt entlang der sogenannten Allee der Vulkane. Diverse, schneebedeckte Vulkankegel kann man sehen, wenn sie sich nicht in Wolken verstecken. Wenigstens zeigt sich der Chimborazo in ganzer Pracht, den man in gewisser Weise als h\u00f6chsten Berg der Welt bezeichnen kann. Dank seiner \u00e4quatorialen Lage und der Tatsache, dass die Erde ein Rotationsellipsoid ist mit gr\u00f6\u00dferem Durchmesser eben am \u00c4quator, ist der Gipfel des Chimborazo der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernte Punkt der Erdoberfl\u00e4che.<br \/>\nEcuadors Landschaft begeistert. Leider ist es in einigen Gebieten entlang der Stra\u00dfen sehr verm\u00fcllt. Mit vielen Verhaltensregeln-Hinweisschildern und anderen Kampagnen versucht man gegenzusteuern. Dar\u00fcber hinaus z\u00e4hlen die Abgaswolken, die uns Busse und LKW ins Gesicht blasen zu den ru\u00dfigsten, die mir auf dieser Reise begegnet sind.<br \/>\nAuch die Menschen begeistern uns. Sie sind meist freundlich und offen, gr\u00fc\u00dfen uns lachend. Viele sind traditionell gekleidet, jung wie alt, d.h. Kniestr\u00fcmpfe, Rock, schweres Tuch um den Oberk\u00f6rper und ein markanter Hut, alles recht farbig. Kinder werden mittels T\u00fcchern auf den R\u00fccken gebunden.<br \/>\nGerade in einer Abfahrt etwas z\u00fcgiger unterwegs, rutscht Erde von einer Steinklippe direkt an der Stra\u00dfe. Es folgt eine Kuh, die auf der anderen Fahrbahnseite in den Stra\u00dfengraben knallt. Sie hatte sich zu nahe an der Kante aufgehalten, diese losgetreten und war ca. 8m hinabgest\u00fcrzt. Scheinbar war sie sofort tot. Vermutlich ein Schlag f\u00fcr die arme Kuh und die armen Bauern gleicherma\u00dfen. Die Kuh landete zwar einige Meter von uns entfernt, aber ich denke, dass es schon ein dramatisches wie ungew\u00f6hnliches Ende w\u00e4re, eine Kuh auf den Kopf zu bekommen.<br \/>\nEinen kurzen Moment verl\u00e4sst uns dann aber doch das Gl\u00fcck. Einige Male habe ich in Ecuador schon die 80km\/h \u00fcberschritten. In einer weiteren rasanten Abfahrt komme ich beim Bremsen vor einer Kurve ins Schleudern, l\u00f6se die Bremsen, bremse erneut, schleudere wieder, bekomme die Geschwindigkeit nicht kurventauglich reduziert. Sturz in eine Betonrinne neben der Stra\u00dfe. Letzte Geschwindigkeitsmessung \u00fcber 74km\/h. Es ist k\u00fchl, und ich trage 3 Lagen Bekleidung am Oberk\u00f6rper. Die sind alle durchl\u00f6chert bis v\u00f6llig zerfetzt. Der Helm steckt ebenfalls ordentlich ein. So komme ich erstaunlich g\u00fcnstig mit Sch\u00fcrfwunden davon. Nicht auszudenken, wie das ohne Helm ausgesehen h\u00e4tte. Selbst das Rad nimmt wenig Schaden, kann in Eigenarbeit ohne Ersatzteile repariert werden. Am n\u00e4chsten Tag radeln wir weiter.<br \/>\nWir brauchen neue Klamotten. Abgesehen von meinem Sturz l\u00f6st sich Denises Hose auf. Und gerade jetzt begegnen wir einem Reportageteam von &#8222;El Tiempo&#8220;, einer gro\u00dfen, nationalen Tageszeitung &#8211; kurzes Interview und Fotos abgerissener Radfahrer.<\/p>\n<p>Tom<\/p>\n<p class=\"Anhang\">\nFotos zu diesem Artikel: <a href=\"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=766\" title=\"Ipiales\/Kolumbien - Cuenca\/Ecuador : Fotos\">Ipiales\/Kolumbien &#8211; Cuenca\/Ecuador : Fotos<\/a><br \/>Presse: <a href=\"http:\/\/tour-en-blog.de\/?page_id=771#Presse09\" title=\"El Tiempo, Cuenca\/Ecuador, 20.06.2008, Pareja de alemanes en traves\u00eda por el mundo\" target=\"_self\">El Tiempo, Cuenca\/Ecuador, 20.06.2008, &#8222;Pareja de alemanes en traves\u00eda por el mundo&#8220;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor uns liegt Ecuador, f\u00fcr s\u00fcdamerikanische Verh\u00e4ltnisse ein kleines Land. &#8222;Nur&#8220; etwa 1200km werden wir hier radfahren. Erste Station ist die Stadt Tulcan nahe der Grenze zu Kolumbien. 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