{"id":758,"date":"2008-05-07T22:44:49","date_gmt":"2008-05-07T20:44:49","guid":{"rendered":"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=758"},"modified":"2010-02-10T10:59:20","modified_gmt":"2010-02-10T08:59:20","slug":"cartagenakolumbien-bogotakolumbien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tour-en-blog.de\/?p=758","title":{"rendered":"Cartagena\/Kolumbien &#8211; Bogota\/Kolumbien"},"content":{"rendered":"<p>Kolumbien &#8211; &#8222;Unser Lieblingsland auf unserer gesamten Amerikareise.&#8220;,&#8220;Das beste Land in S\u00fcdamerika.&#8220;, lauten die Meinungen verschiedener Freunde. Andererseits sind Drogenhandel, Guerillas, Entf\u00fchrungen die einschl\u00e4gigen Themen, wenn es um Kolumbien geht. Gleichzeitig eilt dem Land ein hervorragender Ruf in Sachen Gastfreundschaft voraus. Wir sind gespannt, was uns erwartet. Wie ist es in dem Land, das einer meiner besten Freunde, Maik, zu seinem neuen Zuhause auserkoren hat?<!--more--><\/p>\n<p>Nach ein paar Tagen in der K\u00fcstenstadt Cartagena mit sch\u00f6ner Altstadt und ersten Radetappen in Kolumbien erreichen wir die kleine Karibikinsel Isla Fuerte. Dort sind wir mit Maik und seiner Frau Elisa verabredet. Nachdem ich mit Maik zusammen diese Reise begonnen habe und wir 6 Monate gemeinsam unterwegs waren, sehen wir uns hier nach gut einem Jahr erstmals wieder. Die Isla Fuerte ist \u00fcberschaubar gro\u00df, besitzt eine noch \u00fcberschaubarere Infrastruktur, und es sind deutlich \u00fcber 30\u00baC. Neben Baden ist so vor allem Faulenzen angesagt. Das richtige Ambiente bietet ein offener Pfahlbau mit Palmenwedeldach und H\u00e4ngematten direkt am Meer.<br \/>\nEinen vorausgeeilten Ruf hat das Land hinsichtlich seines Angebotes an Fr\u00fcchten und \u00fcberall daraus hergestellten S\u00e4ften und Milchshakes. Es gibt so viele neue, leckere Fr\u00fcchte kennenzulernen &#8211; Guanabana, Zapote, Nispero, Lulo, Mamey und und und.<br \/>\nNun aber wieder richtig radgefahren nach Segeltour von Panama nach Kolumbien, Pause in Cartagena und 5 Tagen auf der Insel. Entlang der Stra\u00dfen massive Milit\u00e4rpr\u00e4senz. Unz\u00e4hlige Kontrollpunkte passieren wir t\u00e4glich. Junge M\u00e4nner, uns gegen\u00fcber immer locker und freundlich, stehen dort in voller Montur, mit gro\u00dfer Flinte, teilweise ausgestattet mit Sandsackbarrikaden, gr\u00f6sseren Gesch\u00fctzen und Panzerwagen in der Hitze. Was f\u00fcr eine Verschwendung, vor allem an Zeit junger Menschen. Es f\u00e4llt mir schwer zu glauben, dass dieser Aufwand notwendig ist. Wir f\u00fchlen uns nicht unsicher &#8211; sind wir auf den Stra\u00dfen, auf denen wir uns bewegen, den vom Milit\u00e4r kontrollierten, auch nicht. Ein anf\u00e4ngliches, kleines mulmiges Gef\u00fchl bei Denise ist l\u00e4ngst verflogen. Tats\u00e4chlich gibt es aber in gro\u00dfen Landesteilen, in denen das Milit\u00e4r nicht pr\u00e4sent ist, keine staatliche Ordnung.<br \/>\nSchnell \u00e4ndern sich aber auch die Dinge in solchen L\u00e4ndern. Vor dem kleinen Ort Taraza kommt uns ein Polizist entgegen. Heute k\u00f6nnten wir nicht weiter, den Ort nicht passieren, aus Sicherheitsgr\u00fcnden hier nicht abends oder nachts unterwegs sein. Er eskortiert uns ins n\u00e4chste Dorf zu einem Hotel. Als wir am n\u00e4chsten Morgen Taraza durchqueren, sehen wir ein gro\u00dfes Aufgebot an Milit\u00e4r und martialisch aussehenden Sicherheitskr\u00e4ften &#8211; komplett schwarz, Visierhelm, Panzerung am ganzen K\u00f6rper blockieren sie eine Nebenstra\u00dfe wie in Erwartung des tobenden Mob. Vor ihnen ein Schlachtfeld mit Steinen und Unrat. Wir stoppen nicht und sehen zu, dass wir Land gewinnen. In den n\u00e4chsten Tagen entnehmen wir den Medien Details des sich l\u00e4nger hinziehenden Konfliktes, sehen Fernsehbilder von Stra\u00dfenschlachten mit Steinen, Brands\u00e4tzen, Macheten und Tr\u00e4nengas. Der tobende Mob sind Bauern, die illegal Koka anbauen. Die Pflanzen werden regierungsseitig vernichtet. F\u00fcr die mittellosen Bauern stellen sie aber die einzige Einnahmequelle dar. Sie k\u00e4mpfen schlicht um ihr \u00dcberleben.<br \/>\nAn diesem Abend vor Taraza bleiben wir jedoch nicht in dem zugedachten Hotel. Ein 13jaehriger Junge begleitet uns eine Weile. Wenn wir gew\u00f6hnlich zelten, k\u00f6nnen wir das auf dem Grundst\u00fcck seiner Familie machen. Wir \u00fcbernachten also bei Walter, so der Name des Jungen, und sind begeistert, was f\u00fcr ein schlaues Kerlchen Walter ist. Und wir sind verbl\u00fcfft, dass er als erster beim ersten Versuch mit dem Liegerad fahren kann.<br \/>\nEs geht in die Berge nach Medellin &#8211; mit zunehmender H\u00f6he raus aus der Hitze, von nun an aber auch t\u00e4glich Regen, denn es ist Regenzeit. Manchmal entleert sich dabei die ganze Wolkenfront auf einen Schlag. In Medellin sto\u00dfen wir auf eine 2-Rad-Messe. Unsere exotischen Fahrr\u00e4der verschaffen uns kostenlosen Zugang zur Messe, wir bekommen Leute an die Hand, die sich um uns k\u00fcmmern, wir bekommen ein gutes, kostenlosen Mittagessen und VIP-Ausweise, um Tags darauf wiederzukommen. Am n\u00e4chsten Tag stellen wir unsere R\u00e4der mit aus, f\u00fchren sie vor und gewinnen die Publikumswertung der Sonderfahrradschau. Au\u00dferdem werden wir unz\u00e4hlige Male interviewt von Kamerateams und schreibenden Journalisten, deren Beitr\u00e4ge (event.) bis nach Brasilien publiziert werden. Die Arbeit muss in erster Linie Denise erledigen, denn sie spricht Spanisch, ich nicht. Smalltalk mit vielen Leuten. Interessant ist, dass viele interessiert, ob wir uns keine Sorgen um unsere Sicherheit machen. Wir hatten vor der Reise schon geh\u00f6rt, dass viele Kolumbianer es sehr bedauern, das die Negativthemen das Bild des Landes zeichnen und sie um so bem\u00fchter sind, einen positiven Eindruck zu hinterlassen.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag kennt uns der eine oder andere aus dem Fernsehen. Immer wieder lustig, wie schnell wir dank unserer R\u00e4der selbst in gro\u00dfen St\u00e4dten bekannt sind, auch ohne Fernsehen und Zeitungen. In Panama Stadt zum Beispiel hie\u00df es: &#8222;Wo sind die Fahrr\u00e4der?&#8220;, als wir zu Fu\u00df unterwegs waren.<br \/>\nAus Medellin heraus eine der steilsten Auffahrten der bisherigen Reise. Mit Rampen, die gesch\u00e4tzt deutlich \u00fcber 15% steil sind, geht es auf den ersten 10km fast 1000 H\u00f6henmeter nach oben. Wir haben nicht gerade das einfachste Profil durch\u00b4s Land gew\u00e4hlt. Nach Bergen bis \u00fcber 2700m um Medellin geht es wieder runter auf 200m, um dann in\u00b4s 2600m hoch gelegene Bogota zu f\u00fchren &#8211; alles mit vielen Zwischenab- und Aufstiegen. Die Auffahrt nach Bogota, 4400 H\u00f6henmeter in der Summe, verteilen wir auf lockere 4 Tage. Elisa und Maik, sie wohnen in Bogota, kommen uns mit dem Auto entgegen. W\u00e4hrend unserer gesamten Zeit in Kolumbien unterst\u00fctzen sie uns mit Infos und Unterk\u00fcnften. Eine Etappe fahren wir zusammen, und die letzten 2 Tage sind wir nur noch mit Minimalgep\u00e4ck unterwegs.<br \/>\nDie Einfahrt nach Bogota ist entspannt, denn es ist Sonntag und somit Ciclovia. Mehrere Spuren gro\u00dfer Stra\u00dfen sind f\u00fcr Radfahrer reserviert. Elisa und ihr Papa geben uns auf den letzten Kilometern Geleitschutz und haben ein Treffen mit einem lokalen Fernsehsender arrangiert. Die geben sich viel M\u00fche bei den Aufnahmen. Mehr als 10 Mal fahren wir die gleichen 100m an der Kamera vorbei. Der abendliche Beitrag \u00fcber uns ist dann auch recht ansehnlich.<br \/>\nNun werden wir einige Zeit in Bogota und Umgebung verbringen.<\/p>\n<p>Tom<\/p>\n<p class=\"Anhang\">\nFotos zu diesem Artikel: <a href=\"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=759\" title=\"Cartagena\/Kolumbien-Bogota\/Kolumbien : Fotos\">Cartagena\/Kolumbien-Bogota\/Kolumbien : Fotos<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kolumbien &#8211; &#8222;Unser Lieblingsland auf unserer gesamten Amerikareise.&#8220;,&#8220;Das beste Land in S\u00fcdamerika.&#8220;, lauten die Meinungen verschiedener Freunde. Andererseits sind Drogenhandel, Guerillas, Entf\u00fchrungen die einschl\u00e4gigen Themen, wenn es um Kolumbien geht. Gleichzeitig eilt dem Land ein hervorragender Ruf in Sachen Gastfreundschaft voraus. Wir sind gespannt, was uns erwartet. 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