{"id":748,"date":"2008-02-08T18:02:49","date_gmt":"2008-02-08T16:02:49","guid":{"rendered":"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=748"},"modified":"2016-12-30T21:55:16","modified_gmt":"2016-12-30T20:55:16","slug":"busansudkorea-tokiojapan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tour-en-blog.de\/?p=748","title":{"rendered":"Busan\/S\u00fcdkorea &#8211; Tokio\/Japan"},"content":{"rendered":"<p>Japan ist anders, das wei\u00df jeder. Ich bin gespannt.<br \/>\nGerade in Japan angekommen, in der Stadt Shimonoseki, komme ich mit einem \u00e4lteren Herren ins Gespr\u00e4ch. Als er mich verl\u00e4\u00dft, halte ich seine Visitenkarte in der Hand. Ein klischeehafter Einstand, wie ausgedacht.<!--more--><br \/>\nNach langer Schifffahrt erst mal etwas essen und ein paar Lage-mails &#8211; ein Preisschock nach Monaten in Afrika, Indien, Nepal, China, wobei mich das nicht unerwartet trifft. Schnell merke ich aber, da\u00df man als Selberkocher und Drau\u00dfenschl\u00e4fer auch in Japan gut \u00fcber die Runden kommt.<br \/>\nDann auf die Stra\u00dfe &#8211; wieder mal Linksverkehr. Fast \u00fcberall gibt es Radwege. Die sind aber oft so eng, da\u00df ich sie nicht benutzen kann. Zwischen Radweg und Stra\u00dfe ein Gitter. Kreuzt der Radweg eine Stra\u00dfe geht es \u00fcber Br\u00fccken oder durch Tunnel. Die Rampen sind dabei mit Schikanen best\u00fcckt und meist so steil, da\u00df ich kaum hoch komme. Ich mu\u00df auf der Stra\u00dfe fahren. So fahre ich auch auf der einen oder anderen Stra\u00dfe, die f\u00fcr Radfahrer gesperrt ist. Dabei hat mich nicht einmal jemand b\u00f6se angehupt. Alle fahren so zur\u00fcckhaltend und regelkonform, da\u00df ich schon beim \u00dcberfahren einer &#8222;gelben&#8220; Ampel an leeren Kreuzungen ein schlechtes Gewissen habe.<br \/>\nIch mache eine Pause auf einem Parkplatz. Fl\u00e4chendeckend scheint das Land mit Automaten \u00fcberzogen. Hier z\u00e4hle ich 24 Getr\u00e4nkeautomaten nebeneinander a 10-40 Getr\u00e4nke. Im Supermarkt elektronische Preisschilder, man kennt das aus Visionen vom Supermarkt der Zukunft, und aus den K\u00fchlregalen gibt es von kleinen Flachbildschirmen mit Lautsprecher hinweise, was man kaufen soll. Das klinisch reine Clo des Supermarktes h\u00e4lt ein WC mit beheizter Klobrille, 15 Kn\u00f6pfen und 8 Kontrolllampen bereit. Japan ist so ordentlich. Und Japan ist sicher. Senioren lenken allmorgendlich als Sch\u00fclerlotsen den Strom der uniformierten Sch\u00fcler auf dem Weg zur Schule. Selbst die kleinste Baustelle neben der Stra\u00dfe, zum Beispiel ein offener Gullydeckel, wird in beiden Fahrtrichtungen massiv von Senioren in Warnwesten abgesichert. Dazu wird alles aufgefahren, was der Schilderwald, reflektierende Materialien, Winkelemente und moderne Leuchttechnik hergeben.<br \/>\nWas zu Japan geh\u00f6rt, wie Burger-Ketten zu den USA, sind Spielhallen f\u00fcr Slot und Paschinko, eine Art vertikaler Flipper. Unter geschickter Umgehung gesetzlicher Verbote ist es letztlich ein Gl\u00fccksspiel um Geld. \u00dcberall befinden sich solche Kasinos mit gro\u00dfer Leuchtreklame, so da\u00df man sich hier und da an Las Vegas erinnert f\u00fchlt.<br \/>\nWie so oft sind das Reizvollste die Kontraste &#8211; meist die Kontraste zwischen Tradition und moderne. Als Hightechland mit alter Kultur, die immer noch eine wichtige Rolle spielt, scheint nach meinem oberfl\u00e4chlichen Eindruck dieser Spagat zu funktionieren. Drei Mal jeweils zu einem bestimmten Alter eines Kindes gibt es den optionalen Brauch, in einem Schrein eine Weihe vorzunehmen, ein Initiationsritual. Dabei stecken die Kinder in einem Kimono, dem traditionellen Gewand. Drei Jahre sind die j\u00fcngsten, die sich nicht ganz leicht tun beim Laufen in Sandalen mit 2 Riemen, die zwischen gro\u00dfem und zweitem Zeh zusammenlaufen, wozu Tabi(-Socken) mit abgeteiltem gro\u00dfen Zeh getragen werden. Der weibliche Teil der stolzen Eltern und Gro\u00dfeltern ist ebenfalls in einen Kimono geh\u00fcllt, zus\u00e4tzlich aber mit Digitalkamera oder digitalem Camcorder ausgestattet. Ein wundersch\u00f6nes, unterhaltsam anzuschauendes Schauspiel.<br \/>\nDie Orte, die ich gezielt zur Besichtigung ansteuere, sind Hiroshima mit den Denkm\u00e4lern zum Atombombenabwurf, das Schlo\u00df in der Stadt Himeji, Osaka mit einem etwas entt\u00e4uschenden Fahrradmuseum &#8211; Initiator ist immerhin eine der weltweit bedeutendsten, hier ans\u00e4ssigen Firmen in der Fahrrad-Branche &#8211; und die St\u00e4dte Nara und Kyoto. Diese waren beide ehemals Hauptstadt und haben etliche Tempel, Schreine, Pagoden und Pal\u00e4ste zu bieten.<br \/>\nIn Nara mein zweiter Geburtstag auf dieser Reise. Ausgerechnet an diesem Tag der einzige Regentag meiner Japan-Etappe. Zwar kein Regen aber dichte Wolken an einem weiteren Tag, an dem Tag, an dem ich den Fujiyama-Vulkan passiere &#8211; h\u00f6chster Berg der des Landes und wegen seiner regelm\u00e4\u00dfigen Kegelform angeblich einer der sch\u00f6nsten Berge der Welt. Ich sehe nichts, zumindest nicht an diesem Tag, wo ich dem Berg so nahe bin.<br \/>\nIch erreiche Tokio. Das eindr\u00fccklichste dort ist die Aussicht \u00fcber die Stadt, die sich aus dem 45. Stock eines Hochhauses aus etwa 250m H\u00f6he bietet. Wolkenkratzer und Stadt bis zum Horizont.<br \/>\nBevor ich Japan verlasse besuche ich Freunde von Maik &#8211; Takami, Seiki, Koutarou und Ai. Es ist immer sch\u00f6n, irgendwo einen Anlaufpunkt zu haben. Ein Ruhepunkt, ein kleiner Einblick in japanisches Alltagsleben. Danke f\u00fcr die Gastfreundschaft. Ein besonderes Ereignis w\u00e4re sicher gewesen, w\u00e4re Maik noch dabei.<br \/>\nMein Japanaufenthalt ist zu Ende. Schade, das Land ist es sicher wert, n\u00e4her kennen gelernt und besser verstanden zu werden.<\/p>\n<p>20.11. Flughafen Tokio Narita. Ich bin am Ziel der ersten Etappe. Eine \u00fcber 23000 Kilometer lange Radreise geht zu Ende, mehr als 1 Jahr unterwegs. Nicht ganz schlecht, genie\u00dfe ich das Geschaffte. Ich erinnere mich an die ersten Tage der Tour im Oktober 2006, wo mir erstmals durch den Kopf ging, da\u00df ich mir ganz sch\u00f6n was vorgenommen habe, vor allem zeitlich.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckreise verl\u00e4uft es alles andere als reibungslos. Mit reichlich Versp\u00e4tung lande ich gegen Mitternacht in Tegel &#8211; nicht v\u00f6llig \u00fcberraschend mit nicht mehr als meinem Handgep\u00e4ck. Selbst mit dem Flugzeug eine lange Reise. Ein kleines Empfangskomitee hat sich in Teilen schon wieder aufl\u00f6sen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch wenn die Motivation bis zum Schlu\u00df gut war, bin ich gl\u00fccklich, wieder zu Hause zu sein. Ich freue mich auf Familie, Freunde, die Annehmlichkeiten des Alltags, etwas Pause von der t\u00e4glichen Rastlosigkeit.<\/p>\n<p>Am 9.3. besteigen Denise und ich das Flugzeug Richtung Costa Rica, von wo diese Reise Richtung S\u00fcdamerika fortgesetzt wird.<\/p>\n<p>Tom<\/p>\n<p class=\"Anhang\">\nFotos zu diesem Artikel: <a href=\"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=746\" title=\"Busan\/S\u00fcdkorea - Tokio\/Japan : Fotos\">Busan\/S\u00fcdkorea &#8211; Tokio\/Japan : Fotos<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japan ist anders, das wei\u00df jeder. Ich bin gespannt. Gerade in Japan angekommen, in der Stadt Shimonoseki, komme ich mit einem \u00e4lteren Herren ins Gespr\u00e4ch. Als er mich verl\u00e4\u00dft, halte ich seine Visitenkarte in der Hand. 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