{"id":700,"date":"2008-01-16T17:27:49","date_gmt":"2008-01-16T15:27:49","guid":{"rendered":"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=700"},"modified":"2009-01-17T21:13:19","modified_gmt":"2009-01-17T19:13:19","slug":"pekingchina-busansudkorea","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tour-en-blog.de\/?p=700","title":{"rendered":"Peking\/China &#8211; Busan\/S\u00fcdkorea"},"content":{"rendered":"<p>Endlich bin ich im Stadtzentrum Pekings. Wie immer ist es nicht ganz einfach, in eine so riesige Stadt mit dem Fahrrad hineinzufahren. Die breite Stra\u00dfe weitet sich zu einem gro\u00dfen Aufmarschplatz umgeben von Absperrgittern. <!--more-->Auf der linken Seite Trib\u00fcnen und das Tor des Himmlischen Friedens mit einem gro\u00dfen Bild des Staatsgr\u00fcnder Mao Zedong, dahinter der Kaiserpalast, die Verbotene Stadt. Rechts der Tian&#8217;anmen-Platz oder Platz des Himmlischen Friedens, weltgr\u00f6\u00dfter, befestigter Platz (Fassungsverm\u00f6gen 1 Mio. Menschen), flankiert vom Nationaltheater und der Gro\u00dfen Halle des Volkes und mit dem Mao-Mausoleum und dem Denkmal f\u00fcr die Helden des Volkes. Ich stoppe, um ein Foto zu machen. Sofort steht ein Zivilpolizist neben mir &#8211; hier darf ich nicht anhalten. Auf den zweiten Blick erkenne ich etliche Sicherheitskr\u00e4fte in zivil entlang der Absperrgitter. In Tibet hatte ich eine Geschichte geh\u00f6rt, wie unl\u00e4ngst ein Demonstrationsversuch beendet wurde. Kaum war ein Transparent ausgerollt, waren die Leute umringt und der Platz wurde ger\u00e4umt. 3 Tage sp\u00e4ter mein n\u00e4chster Besuch auf dem Platz, und prompt r\u00e4umt die Armee diesen. Ein Chinese erz\u00e4hlt mir, da\u00df es vielleicht eine \u00dcbung ist, weil heute der Parteitag der Kommunistischen Partei beginnt, in den kommenden Tage benahe das einzige Thema in den Medien. Anschlie\u00dfend ein Besuch der Verbotenen Stadt.<\/p>\n<p>Peking hat einige Parks zu bieten, und wie bereits in der Stadt Xi&#8217;an gesehen, ist es ein Vergn\u00fcgen, so einen Park am Wochenende zu besuchen. Dann verwandelt sich dieser in eine Kleinkunstb\u00fchne. Menschen treffen sich und spielen traditionelle chinesische Instrumente, f\u00fchren Opern auf, spielen Brett- oder Kartenspiele, k\u00f6rperert\u00fcchtigen sich mit Tai Chi, Schwertern und aerobic\u00e4hnlichem Tanzen, die alten machen den jungen was am Diabolo vor. Die Attraktion ist ein gro\u00dfer, sehr gut singender Chor. Wer immer Lust hat gesellt sich dazu. Gesungen werden Lieder aus &#8222;der guten alten Zeit&#8220;. Gr\u00f6\u00dftenteils \u00e4ltere Menschen sind hier aktiv. Sehr sch\u00f6n zu sehen, wie sie, zumindest an Wochenenden, ein reges Sozialleben haben.<\/p>\n<p>Der Ersteindruck von Peking ist jedoch nicht so positiv. Zun\u00e4chst die unsympathische Bekanntschaft mit chinesischen Sicherheitsregeln am Platz des Himmlischen Friedens. Dann eine moderne Stadt &#8211; Luxushotels, shopingmals mit Sportmode, Uhren, Kameras, Schuhen. Die bekannten us-amerikanischen Fastfood-Ketten sind extrem zahlreich vertreten, teilweise mit 2 Restaurants in einem Block. Damit kann ich nichts anfangen. Alles kostet ein Mehrfaches dessen, was ich von meiner bisherigen Reise durch China gewohnt bin. Ein preislich akzeptables Hotel findet sich nicht auf Anhieb. Ich lande in einem Hochhaus, zumindest sehr zentral gelegen, in einer fensterlosen Zelle. Unbehaglich, aber ist eben so bei den preiswerten Zimmern im Innern des Geb\u00e4udes, denke ich. Einige andere Dinge sind jedoch auch merkw\u00fcrdig. Erst viel sp\u00e4ter realisiere ich, da\u00df ich 3 Stockwerke unter der Erde wohne.<\/p>\n<p>Heute l\u00e4uft mein China-Visum ab. Auf zur zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung &#8211; lange Schlange. &#8222;Sie m\u00fcssen einen Nachweis vom Hotel vorlegen, wo sie derzeit wohnen!&#8220; Zur\u00fcck zum Hotel, zur\u00fcck zum Amt. &#8222;Eine Verl\u00e4ngerung ist nicht m\u00f6glich.&#8220; In der letzten Stadt, wo ich bei gleicher Beh\u00f6rde war, hie\u00df es: &#8222;kein Problem, jedoch erst, wenn das aktuelle Visum abl\u00e4uft&#8220;. In Sachen Tibet-permit und Visum ist das in China st\u00e4ndig so, jeder hat andere Infos, selbst Regierungsbeamte sind sich nicht einig. Dabei ist angeblich alles so restriktiv. Wie man&#8217;s macht, bekommt man \u00c4rger. Bei Visa\u00fcberschreitung stehen Strafen von 50,-\u20ac pro Tag im Raum. Das ist so, als sagt ein Polizist: &#8222;Alles in Ordnung, weiterfahren.&#8220; und sein Kollege schie\u00dft Dir in den R\u00fccken. Es erfordert einige Diskussion, damit mich mein Hotel nicht auf die Stra\u00dfe setzt, da kein Hotel G\u00e4ste beherbergen darf, die kein Visum besitzen. In meinen bisherigen Absteigen auf dem Land hatte das jedoch wenig interessiert. Meine letzte Option ist das Vorweisen eines Ausreisetickets bis zum n\u00e4chsten Tag, dann w\u00fcrde ich eine Gnadenfrist von 10 Tagen zum Verlassen des Landes bekommen. Ich m\u00f6chte per F\u00e4hre nach S\u00fcdkorea. In Peking ein Ticket aufzutreiben, da\u00df es angeblich nur am Hafen gibt, ca. 200km entfernt, an einem Wochenende, besch\u00e4ftigt mich 2 Tage. W\u00e4hrend dessen bin ich auf einige Menschen getroffen, die sich sehr bem\u00fcht haben, mir zu helfen. Letztlich bekomme ich die 10 Tage, wovon 5 Werktage Bearbeitungszeit sind. Das reicht genau, um zur Chinesischen Mauer zu radeln, nach Peking zur\u00fcckzukehren, um meinen Pa\u00df abzuholen, zur Hafenstadt Tianjin zu fahren und am letzten Tag der Frist China zu verlassen.<\/p>\n<p>Nach einem Abstecher zum noch im Bau befindlichen Olympiastadion f\u00fcr die Spiele 2008 mache ich mich auf den Weg zur Chinesischen Mauer nach Simatai. Das gr\u00f6\u00dfte Bauwerk der Welt (welches trotzdem nicht aus dem Weltall zu sehen ist, wie oft behauptet wird &#8211; siehe <a target=\"_blank\" title=\"Wikipedia - Chinesische Mauer - Sichtbarkeit aus dem Weltraum\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chinesische_Mauer#Sichtbarkeit_aus_dem_Weltraum\">Wikipedia<\/a>), ist ein System aus vielen, einzelnen Mauerabschnitten, nicht l\u00fcckenlos miteinander verbunden, nicht in einer Linie stehend, zu sehr unterschiedlichen Zeiten entstanden und in Aussehen und Gr\u00f6\u00dfe sehr unterschiedlich. An der Stelle, wo ich die Mauer besuche, windet sie sich gespickt mit Wacht\u00fcrmen sehr eindr\u00fccklich \u00fcber einen Bergkamm mit steilen Flanken. Aufgrund der Schwierigkeiten, die das Gel\u00e4nde bietet, bedarf es keiner riesigen Mauer. So ist diese an einigen Stellen nur ein 1m hoher Wall, der vor allem als Weg dient. Nur wenige Mauerabschnitte sind noch erhalten bzw. wurden wieder aufgebaut.<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfen und Ganzen Problemlos verlasse ich Ende Oktober China per F\u00e4hre nach Incheon nahe Seoul in S\u00fcdkorea. Per Rad Nordkorea zu durchqueren ist, zumindest einem Deutschen, nicht m\u00f6glich.<br \/>\nAn meist sonnigen Tagen herrscht immer noch fast T-shirt-Wetter. Sobald die Sonne untergeht, ist es aber inzwischen fast frostig. Mein dauergebrauchter Schlafsack ist mir dabei keine gro\u00dfe Hilfe mehr.<\/p>\n<p>In Korea fahre ich zun\u00e4chst in die Hauptstadt Seoul. Alles ist vorbildlich organisiert und ausgeschildert. Sofort f\u00e4llt mir auf, da\u00df mir erstmals seit langem nicht st\u00e4ndig jemand vor die F\u00fc\u00dfe spuckt. Kaute man in Indien noch pflanzliches und spuckte dies dann in der Gegend herum, wird in China unentwegt, ger\u00e4uschvoll Sputum (Rotz) aus Nasenrachenraum und Luftr\u00f6hre herausbef\u00f6rdert.<br \/>\nIn Seoul bin ich mit Tae Hyun verabredet. Witzig, sie hier kennen zu lernen nachdem sie w\u00e4hrend meiner Abwesenheit 8 Monate in meiner Wohnung zusammen mit Denise gewohnt hat. Wir gehen Abendessen &#8211; Hanjungsik, ein traditionelles, koreanisches Essen. Neben Reis und einer Suppe werden 21 Schalen kleiner Beilagenhappen gereicht. Obligatorisch in der koreanischen K\u00fcche ist Kimchi, Kohl.<\/p>\n<p>Korea geh\u00f6rt zu den gebirgigsten Gegenden der Welt mu\u00df ich in einem Reisef\u00fchrer lesen. Darauf habe ich gerade nicht mehr so richtig Lust. Entgegen der Annahme, da\u00df ich einmal das Gebirge \u00fcberquere und dann locker entlang der Ostk\u00fcste Richtung S\u00fcden fahre, reichen die steilen H\u00fcgel bis ans Wasser. So sammle ich H\u00f6henmeter wie im Hochgebirge.<br \/>\nEs gibt nette Begegnungen mit Menschen, ich werde eingeladen, was mir Einblick in koreanischen Wohnalltag verschafft, ich werde beschenkt. Auch gibt es sch\u00f6ne Sehensw\u00fcrdigkeiten, aber \u00c4hnliches habe ich zum Beispiel schon in China gesehen. Neu sind die unz\u00e4hligen, teils in gro\u00dfer Dichte vorhandenen, christlichen Kirchen, die architektonisch das Thema Kirche ausgesprochen vielseitig variieren. Der Rest ist moderne Industrienation. Irgendwie fehlt es mir an Exotik. Die oft sch\u00f6ne Landschaft wird immer durch L\u00e4rmschutzw\u00e4nde, befestigte Bergh\u00e4nge oder Masten verschandelt. Auch wenn es dem Land nicht gerecht wird, bleibt ein wenig der Eindruck &#8222;hat man das auch mal gesehen&#8220;.<\/p>\n<p>Ich erreiche Busan an der S\u00fcdostk\u00fcste, von wo ich nach 12 Tagen S\u00fcdkorea eine F\u00e4hre nach Shimonoseki im S\u00fcdwesten der japanischen Hauptinsel Honshu nehme.<\/p>\n<p>Tom<\/p>\n<p class=\"Anhang\">\nFotos zu diesem Artikel: <a href=\"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=714\" title=\"Peking\/China - Seoul\/S\u00fcdkorea : Fotos \">Peking\/China &#8211; Seoul\/S\u00fcdkorea : Fotos <\/a> und <a href=\"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=715\" title=\"Seoul\/S\u00fcdkorea - Busan\/S\u00fcdkorea : Fotos\">Seoul\/S\u00fcdkorea &#8211; Busan\/S\u00fcdkorea : Fotos<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich bin ich im Stadtzentrum Pekings. Wie immer ist es nicht ganz einfach, in eine so riesige Stadt mit dem Fahrrad hineinzufahren. 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