{"id":307,"date":"2007-02-23T19:30:55","date_gmt":"2007-02-23T17:30:55","guid":{"rendered":"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=307"},"modified":"2009-01-17T19:55:47","modified_gmt":"2009-01-17T17:55:47","slug":"assuanaegypten-khartumsudan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tour-en-blog.de\/?p=307","title":{"rendered":"Assuan\/\u00c4gypten &#8211; Khartum\/Sudan"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Weg von Assuan zum F\u00e4hrhafen \u00fcberqueren wir die 2 Staud\u00e4mme des Nasser-Stausees, was sich so einfach nicht gestalten sollte. Man verweigert uns die \u00dcberfahrt per Fahrrad aus verkehrssicherheitstechnischen Gr\u00fcnden, was wir nicht nachvollziehen k\u00f6nnen. Ein Polizeiauto wird uns hin\u00fcbertransportieren, sagt man. Wir warten und nichts passiert. Wir sind ungeduldig. Die F\u00e4hre wird nicht warten. Irgendwann fangen die Soldaten an, zivile PKW-Fahrer zu fragen, ob sie uns mitnehmen k\u00f6nnen. Die angehaltenen Autos sind so klein, dass nichtmal ein Fahrrad transportiert werden k\u00f6nnte. Typisch \u00c4gypten. Mit stoischer Beschr\u00e4nktheit versucht man eine Ordnung aufrecht zu erhalten, die keine ist und macht alles nur schlimmer. Wir \u00fcberlegen, ob wir einfach durchfahren. Man wird wohl kaum auf uns schie\u00dfen. Funkger\u00e4te sind nicht zu sehen und Fahrzeuge zur Verfolgung hat man, wie an etlichen Kontrollpunkten, schon gar nicht. Letztlich findet sich in Pickup, der uns \u00fcber den Damm transportiert.<!--more--><\/p>\n<p>Am Hafen unz\u00e4hlige Menschen und noch mehr Transportgut jeglicher Art. Alles dr\u00e4ngt auf das eine Schiff. Nach 8 Sektionen sind wir auf der F\u00e4hre, buchsieren irgendwie unsere bepackten R\u00e4der durch die G\u00e4nge und das Restaurant auf&#8217;s Oberdeck. Die Decks sind voll mit Gep\u00e4ck und Menschen, die sich dazwischen irgendwie einrichten. Der ruhigste Platz scheint mir auf meinem Rad zu sein. In den Schlafsack geh\u00fcllt, wird das Liegerad dann doch mal zum Schlafrad.<br \/>\nNach 18 Stunden Fahrt vorbei am umgepflanzten Tempel von Abu Simbel erreichen wir Wadi Halfa im Sudan. Bis wir endlich von Bord sind, vergeht einige Zeit.<br \/>\nDie Einreise in den Sudan ist dann f\u00fcr hiesige Verh\u00e4ltnisse weitestgehend problemlos.<\/p>\n<p>Hinter Wadi Halfa erwarten uns weit mehr als 400 Pistenkilometer. Viele Tage harte Arbeit. Waschbrettpiste, Schotter, Steine, weicher Sand und viel Staub. Immerhin kommen wir voran, wenn auch langsam, und das nicht schlechter, als mit jedem anderen Fahrrad.<br \/>\nAn der Landschaft k\u00f6nnen wir uns erfreuen, die &#8222;Stra\u00dfe&#8220; ist so gut wie leer, wir wussten, was uns erwartet, also alles halb so schlimm. Erst, als die Piste dank Stra\u00dfenbauarbeiten viel l\u00e4nger ist, als geplant, geht es ein wenig an die Moral.<br \/>\nDas Thermometer \u00fcbersteigt trotz k\u00e4ltester Jahreszeit schon deutlich die 30\u00b0C. So r\u00fcsten wir vor Sonnenaufgang zur Weiterfahrt, um m\u00f6glichst am Mittag zu pausieren.<\/p>\n<p>70km hinter Halfa, mitten in der W\u00fcste bricht Davids Hinterradfelge. Verdammter Mist. Am n\u00e4chsten Tag trampt David zur\u00fcck ins Dorf, um irgendein Vorderrad aufzutreiben. Ein passendes Ersatzhinterrad finden zu wollen, w\u00e4re aussichtslos. In Rekordzeit ist er zur\u00fcck und hat tats\u00e4chlich ein Vorderrad. Noch etwas dran gebastelt und es ist halbwegs fahrbar. Ein rundes Rad w\u00fcrde sich auf dieser Strecke auch nicht anders fahren. Ich hatte inzwischen aus den restlichen Komponenten ein neues Hinterrad gebaut. Leider bricht am Ende die Nabe. David, bei 1.98m kein Leichtgewicht, ist ziemlich gep\u00e4ckbeladen. Wir verteilen etwas Gewicht auf Maik und mich. Mit provisorischen Laufr\u00e4dern ist David dann 1000km, davon viel \u00fcble Piste, bis nach Khartum gekommen.<\/p>\n<p>Gelohnt hat sich diese Strecke allemal. Die Nubier sind locker und sehr gasfreundlich. Oft werden wir zu Tee, zum Essen oder zu einer \u00dcbernachtung im Haus eingeladen. Die meisten H\u00e4ndler sind fair. Anfangs betont man sehr: &#8222;Wir sind hier nicht in \u00c4gypten. Jeder bekommt den gleichen Preis.&#8220;. Dass das nicht immer so ist, haben wir aber schon erfahren.<br \/>\nMan muss sich daran gew\u00f6hnen, das der Preiskalkulation keine h\u00f6here mathematische Logik zugrunde liegt. Viel kostet viel, wenig kostet wenig. Das kann man nicht auf den gleichen St\u00fcckpreis runterrechnen.<\/p>\n<p>Bei einem Ausflug in einem kleinen Boot \u00fcber den Nil zum Sulib-Tempel sehen wir unsere ersten freilebenden Krokodile. Riesige Teile. Sehr aufregend.<\/p>\n<p>Inzwischen haben wir die Hauptstadt Khartum erreicht, eine moderne Stadt, die sich sehr deutlich vom bisher bereisten Sudan abhebt. Sichtbar sind hier die Unterschiede zwischen arm und reich. Oft erstaunlich, wie die Bev\u00f6lkerung im bisher gesehenen Teil des Landes lebt. Alles scheint auf unterstem Niveau gerade zu funktionieren. Der Antrieb etwas zu verbessern (nach unseren Vorstellungen) scheint kaum vorhanden.<br \/>\nDennoch, vor allem wegen seiner Bev\u00f6lkerung hat uns dieses Land zwischen Islam und Schwarzafrika von Anfang an begeistert.<\/p>\n<p>Jetzt freuen wir uns auf \u00c4thiopien, das wir in voraussichtlich 1 Woche erreichen. Es gibt dann wohl endlich nicht ausschlie\u00dflich Fuul, Fuul, Fuul (Bohnen) &#8211; mehrmals am Tag. Au\u00dferdem geht es hoch hinaus, raus aus der Hitze. Mittlerweile erreichen wir beinahe 40\u00b0C Tagesmaximum.<\/p>\n<p>Tom<\/p>\n<p class=\"Anhang\">\nFotos zu diesem Artikel: <a href=\"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=297\" title=\"Assuan\/\u00c4gypten - Khartum\/Sudan : Fotos\">Assuan\/\u00c4gypten &#8211; Khartum\/Sudan : Fotos<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Weg von Assuan zum F\u00e4hrhafen \u00fcberqueren wir die 2 Staud\u00e4mme des Nasser-Stausees, was sich so einfach nicht gestalten sollte. Man verweigert uns die \u00dcberfahrt per Fahrrad aus verkehrssicherheitstechnischen Gr\u00fcnden, was wir nicht nachvollziehen k\u00f6nnen. Ein Polizeiauto wird uns hin\u00fcbertransportieren, sagt man. Wir warten und nichts passiert. Wir sind ungeduldig. 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