{"id":193,"date":"2006-12-26T22:27:01","date_gmt":"2006-12-26T20:27:01","guid":{"rendered":"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=193"},"modified":"2009-02-04T04:04:43","modified_gmt":"2009-02-04T02:04:43","slug":"aqabajordanien-kairoaegypten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tour-en-blog.de\/?p=193","title":{"rendered":"Aqaba\/Jordanien &#8211; Kairo\/\u00c4gypten"},"content":{"rendered":"<p>Das ist ja einigerma\u00dfen schiefgegangen. Wie geschrieben, war es uns wichtig, dass unsere Passage durch Israel nicht im Pass dokumentiert ist, um Probleme beim Beschaffen des Visums f\u00fcr den Sudan zu vermeiden. Dazu sollten die Stempel auf ein extra Blatt. Diese Option wurde aber 2005 abgeschafft. Mit etwas Sachverstand beweist auch der jordanische Ausreisestempel unseren Grenz\u00fcbertritt nach Israel, das hatten wir nicht beachtet. Einen Weg zur\u00fcck gibt es nicht, also bleibt uns nur, optimistisch zu sein, die Sache mit den Sudanesen regeln zu k\u00f6nnen.<!--more--><\/p>\n<p>Vor uns liegen 14km Israel und 2 Grenz\u00fcbertritte. Das hat dann den gr\u00f6\u00dften Teil des Tages gekostet &#8211; Ausreise aus Jordanien mit verschiedenen Formalit\u00e4ten und Ausreisegeb\u00fchr.<br \/>\nAn der israelischen Grenze jeansbekleidete junge M\u00e4nner, die l\u00e4ssig ihr Maschinengewehr schwenken und viele Frauen als Grenzbeamte. Unser Gep\u00e4ck soll durchleuchtet werden und dazu durch R\u00f6ntgenger\u00e4te, wie man sie vom Flughafen kennt. Dann auch die R\u00e4der, was aber nicht am St\u00fcck geht. R\u00e4der zerlegen und in Einzelteilen durch. Unsere Getriebenaben sind ein Problem. Rad weiter zerlegen, damit das Hinterrad nochmal einzeln durchleuchtet wird. Viel Arbeit, die ich f\u00fcr sinnlos halte und die Beamten zur Ersinnung von Alternativen animieren m\u00f6chte, indem ich erkl\u00e4re, dass die R\u00e4der nicht demontierbar sind &#8211; schlie\u00dflich hat man danach gefragt. Hilft nichts. Maik muss Fragen beantworten nach Vornamen, Geburtsdaten und Telefonnummern von Vater und Gro\u00dfvater. Vermutlich muss seine Akte bei den US-Beh\u00f6rden mal wieder aktualisiert werden.<br \/>\nDie wenigen Kilometer Israel sind dann eine ganz andere Welt, als wir sie in den letzten Wochen in Syrien und Jordanien hatten. Endlos shopping malls und dicke Leute wie in Kalifornien, viele Rucksacktouristen.<br \/>\nAn der israelisch-\u00e4gyptischen Grenze wird wiederum eine Ausreisegeb\u00fchr f\u00e4llig.<br \/>\nKurz vor dem Erreichen des Geb\u00e4udes, in dem die \u00e4gyptischen Einreise-Formalit\u00e4ten erledigt werden, winkt mich ein abseits stehender Beamter vom Geb\u00e4ude weg zu sich her\u00fcber. Ich soll in das Geb\u00e4ude, sagt er und zeigt dorthin, von wo er mich weggewinkt hat. Dort wieder alles Gep\u00e4ck verstrahlen. Wenigsten m\u00fcssen die R\u00e4der nicht durch die R\u00f6ntgenger\u00e4te. Daf\u00fcr m\u00f6chte man sich den Inhalt einiger Taschen genauer ansehen. Wir werden dann Zeugen, wie die Grenzbeamten unsinnig ihren R\u00f6ntgenapparat zum Ausfall bringen und dann gemeinschaftlich vor dem schwarzen Monitor stehen, wahllos alle Kn\u00f6pfe dr\u00fccken, weiter auf den schwarzen Monitor starren. Jemand fordert uns auf ein Formular auszuf\u00fcllen. &#8222;Haben wir doch schon beim Visaantrag ausgef\u00fcllt.&#8220; &#8222;Trotzdem.&#8220; &#8222;Stifte?, gibt es nicht.&#8220; Und er legt seinen Kopf wieder auf die \u00fcber einem Pult verschr\u00e4nkten Arme. &#8222;Welche Adresse haben Sie in \u00c4gypten?&#8220; &#8222;Keine.&#8220; &#8222;M\u00fcssen Sie aber haben.&#8220; &#8222;M\u00fcssen wir nicht.&#8220; &#8222;O.K..&#8220;<br \/>\nGeschafft. Denkste. Ca. 1km hinter der Grenze zahlt man eine Steuer f\u00fcr irgendwas. Wir haben noch kein \u00e4gyptisches Geld. Einen Bankautomaten gibt es an der Grenze. Wieder zur\u00fcck. Auf die dort gestellte Frage, warum man uns das nicht gleich sagen konnte, gibt es die Antwort, das es sich um eine andere Abteilung handelt. Der Bankautomat liegt hinter der ersten Passkontrolle. Als wir wieder rauswollen, besteht der Grenzer darauf, wie vor wenigen Minuten, erneut unsere P\u00e4sse zu kontrollieren, und zwischenzeitlich war auch niemand durch die Grenze gekommen. Maik erkundigt sich nach dem geistigen Zustand des Mannes, der zum Gl\u00fcck kein Englisch versteht.<br \/>\nDas waren sicher die langsamsten und, dank Ein- und Ausreisegeb\u00fchren alle paar Kilometer, bisher auch teuersten Kilometer.<\/p>\n<p>Der letzte Abschnitt nach Kairo f\u00fchrt uns \u00fcber den Sinai. Dieser wird uns vor allem wegen seiner kulinarischen Besonderheiten in Erinnerung bleiben. Das Gebiet ist kaum besiedelt, die Abst\u00e4nde zwischen Verpflegungspunkten entsprechend gro\u00df. An einem Rasthaus, dem einzigen Lokal auf 100km machen wir Halt. Eine gro\u00dfe Halle mit Plastikm\u00f6beln. An der Seite im Essenraum ein Schutthaufen. Durch den Seiteneingang hat eine Herde Ziegen das Lokal betreten. Auf die Frage, was es zu essen gibt, f\u00fchrt man uns zu einer Vitrine am Eingang. Darin ein Haufen Dosenbohnen, K\u00e4se und Tunfisch. Das war die Speisekarte. &#8222;Full&#8220;, aufgew\u00e4rmte Dosenbohnen, kann man daraus machen, das einzige hier angebotene Gericht. Klingt doch vielversprechend.<br \/>\nZubereitet mit \u00d6l und Gew\u00fcrzen und dargereicht mit Fladenbrot, ist das Full auch sehr lecker, und nach 2 Durchg\u00e4ngen sind wir ausreichend full.<br \/>\nUnser Problem ist, das es in den sp\u00e4rlich vorhandenen L\u00e4den im wesentlichen eine riesige Auswahl an Keksen, Cola und Bohnendosen gibt. So essen wir in der n\u00e4chsten Zeit Bohnen, wenn wir selber Kochen und Bohnen, wenn sich ein Imbiss findet.<br \/>\nInzwischen haben wir erfahren, dass unser Full Fuul oder Foul hei\u00dft und ein Nationalgericht ist.<\/p>\n<p>Den Suezkanal k\u00f6nnen wir nur im Tunnel unterqueren und das nicht mit dem Rad, sondern auf einem Pickup. Dann stehen wir unser erstes Mal in Afrika.<\/p>\n<p>Der Besuch bei der sudanesischen Botschaft in Kairo ergibt, das wir f\u00fcr ein Visum nicht mehr brauchen, als ein Empfehlungsschreiben der deutschen Botschaft und 100,-US$. Die Israel-Stempel sind, so die derzeitige Ansage, kein Problem.<\/p>\n<p>Tom<\/p>\n<p class=\"Anhang\">\nFotos zu diesem Artikel: <a href=\"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=263\" title=\"Aqaba\/Jordanien - Kairo\/\u00c4gypten : Fotos\">Aqaba\/Jordanien &#8211; Kairo\/\u00c4gypten : Fotos<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist ja einigerma\u00dfen schiefgegangen. 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