{"id":174,"date":"2006-12-19T13:48:32","date_gmt":"2006-12-19T11:48:32","guid":{"rendered":"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=174"},"modified":"2009-03-30T18:48:22","modified_gmt":"2009-03-30T16:48:22","slug":"ammanjordanien-aqabajordanien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tour-en-blog.de\/?p=174","title":{"rendered":"Amman\/Jordanien &#8211; Aqaba\/Jordanien"},"content":{"rendered":"<p>Auf steiler Auffahrt verlassen wir Amman und m\u00fcssen uns dabei abermals stinkende Abgase sich ebenfalls qu\u00e4lender Fahrzeuge entgegenhusten lassen. F\u00fcr uns war Amman nur eine schmutzige Stadt ohne Sehenswertes.<\/p>\n<p>In rasanter Abfahrt (bis 81km\/h) hinein ins Loch. Es geht zum tiefsten frei zug\u00e4nglichen Punkt der Erdoberfl\u00e4che, dem Toten Meer, derzeit 418 m unter dem mittleren Meeresspiegel (durch menschengemachte Austrocknung sinkt der Meeresspiegel des Toten Meeres).<!--more--><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir den bekannten, gro\u00dfen Auftrieb im Wasser selbst ausprobieren. Best\u00e4tigt, funktioniert erstklassig. Die Fl\u00fcssigkeit ist aber auch so salzig, dass sie in Wunden und in den Augen brennt. Leider k\u00f6nnen wir anschlie\u00dfend keine S\u00fc\u00dfwasserdusche nehmen und sind ordentlich eingesaut, zumal das Salz sich nicht einfach abreiben l\u00e4sst. Ein Kuriosum sind die hygroskopischen Eigenschaften des Salzes. Es zieht also Wasser an, z. Bsp. aus der Luft. Maik hat einen Stein aus dem See, dessen Oberfl\u00e4che Tage lang feucht bleibt.<\/p>\n<p>Vor allem im Bereich des Sees, Israel in Sichtweite am anderen Ufer, gibt es diverse milit\u00e4rische Kontrollpunkte. St\u00e4ndig m\u00fcssen wir erkl\u00e4ren: Woher? Wohin? Was ist im Gep\u00e4ck? Welche Nationalit\u00e4t? Auf einer Stra\u00dfe durch weitestgehend unbesiedeltes Gebiet \u00e4ndert sich dies jedoch nicht alle 20 Kilometer. Insbesondere nicht der letzte Punkt. Die Stimmung ist aber immer recht locker. In allen Punkten ist man zufrieden mit uns, auch weil wir erkannt haben, dass Jordanien besser ist, als vorherige L\u00e4nder auf unserer Route. ;)<br \/>\nNur einmal m\u00fcssen wir neben der Stra\u00dfe auf St\u00fchlen Platz nehmen und sitzen eine halbe Stunde, wie bei einer Dummheit erwischte Jungen, die darauf warten, von ihren Eltern abgeholt zu werden. Nach etlichem Warten serviert man sirups\u00fc\u00dfen, seifigen Tee, man will uns sicher weichkochen, dann k\u00f6nnen wir weiter.<\/p>\n<p>Die auf Kredit zugelegten 418 Abfahrts-H\u00f6henmeter m\u00fcssen zur\u00fcckgezahlt werden. Die Zinsen sind der reinste Wucher. Innerhalb von 30km geht es 1600m nach oben. So geht es die n\u00e4chsten Tage weiter durch die Gegend um Petra &#8211; ein anspruchsvolles Hoch und Runter. Mal was f\u00fcr die Statistik tun. Wir sammeln tausende H\u00f6henmeter und durchbrechen mehrfach die 80-km\/h-Grenze.<br \/>\nDabei k\u00f6nnen wir die Faustformel \u00fcberpr\u00fcfen, dass die Temperatur pro 100 H\u00f6henmeter um 1\u00b0C sinkt. Stimmt. Nach genussvoll, mildem Abend am Toten Meer mit nachts minimal 13\u00b0C, sind wir auf 1200m wieder bei -3\u00b0C angekommen. Und es geht noch etwas h\u00f6her hinaus. Soll ja Leute geben, die glauben, in Jordanien ist es immer warm.<\/p>\n<p>Der Summe aus k\u00f6rperlicher Belastung, eisigem, starkem Wind, n\u00e4chtlicher K\u00e4lte und suboptimaler Nahrungsmittelversorgung muss diesmal Maik Tribut zollen. Seit 2 Tagen f\u00fchlt er sich unwohl und schwach.<\/p>\n<p>Seit gestern sind wir in Aqaba, am Ende des Roten Meeres, wo Jordanien, Israel, \u00c4gypten und Saudi Arabien zusammenkommen.<br \/>\nHier haben wir unseren ersten Fernreiseradler getroffen &#8211; David Cl\u00e9ment aus der Schweiz (<a title=\"Hompage von David Cl\u00e9ment\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/davidclement.top-depart.com\">http:\/\/DavidClement.top-depart.com<\/a>). Er ist daf\u00fcr verantwortlich, dass wir kurzfristig unsere Reisepl\u00e4ne \u00e4ndern. Urspr\u00fcnglich wollten wir von hier mit einer F\u00e4hre nach \u00c4gypten \u00fcbersetzen, um Israel zu meiden. Dabei gibt es n\u00e4mlich 2 Probleme. Mit einem israelischen Stempel im Pass k\u00f6nnten wir nicht mehr in bestimmte arabische L\u00e4nder einreisen. Der Weg Richtung S\u00fcden durch den Sudan w\u00e4re uns versperrt. Und zweitens bekommen wir an der Grenze nach \u00c4gypten nur ein Visum f\u00fcr den Sinai, nicht f\u00fcr das restliche \u00c4gypten. F\u00fcr Problem 1 gibt es die M\u00f6glichkeit, unumg\u00e4ngliche Stempel statt in den Pass auf ein extra Papier zu bekommen. Wir hoffen, die Grenzkontrolleure spielen mit. Das Visum f\u00fcr \u00c4gypten haben wir heute hier in Jordanien organisiert.<br \/>\nDas ist auch der Grund, weshalb wir einen Tag Pause in Aqaba gemacht haben. Unfreiwillig, denn nach einer falschen Ansage seitens des Konsulats wollen wir unsere P\u00e4sse abholen, als l\u00e4ngst geschlossen ist. Wenigstens kann sich so Maik im Hotel noch etwas Ruhe g\u00f6nnen.<br \/>\nDer Landweg spart 45,- US$\/Person f\u00fcr die F\u00e4hre und etwas Wegstrecke.<\/p>\n<p>Morgen werden wir aller Voraussicht nach nach etwa 10km durch Israel \u00c4gypten erreichen. Jordanien liegt hinter uns, bleibt uns aber trotz landschaftlicher Reize nicht nur in positiver Erinnerung. Es gab mehrfach Autofahrer, die es sehr am\u00fcsant fanden, frontal auf uns zu zu steuern, um uns m\u00f6glichst knapp zu passieren. Es gab Steine werfende Kinder. Das w\u00fctend machende dabei, die daneben stehenden Erwachsenen. Es wurde beim Einkauf hin und wieder \u00fcbers Ohr gehauen. Dazu Milit\u00e4rpr\u00e4senz und Kontrollen, Dreck und M\u00fcll \u00fcberall, Abgase, stinkender, brennender Plastikm\u00fcll.<br \/>\nZweimal trafen wir einen interessanten, holl\u00e4ndischen Gesch\u00e4ftsmann, Marco Coppoolse (<a title=\"Hompage von Marco Coppoolse\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.MicrofinancePartners.com\">www.MicrofinancePartners.com<\/a>), der uns zu Kaffee und Kuchen eingeladen hat. Dessen Fahrer erkl\u00e4rte ihm, die Ursache f\u00fcr die endlos in den Str\u00e4uchern h\u00e4ngenden Plastikt\u00fcten ist der Wind.<br \/>\nEs gab aber nat\u00fcrlich auch die anderen Begegnungen. Zum Beispiel fuhren wir abseits irgendwelcher Ortschaften durch die Lande. Ein \u00e4lterer Mann kam uns zu Fu\u00df entgegen, schenkte jedem 2 P\u00e4ckchen Biskuits und ging weiter.<\/p>\n<p>Weiter geht es nach Kairo. Dort bekommen wir Besuch aus Kolumbien, Deutschland und der Schweiz, lassen die R\u00e4der 2 Wochen stehen und machen Urlaub. Au\u00dferdem werden wir unsere Weiterreise durch \u00c4gypten und den Sudan organisieren, nach \u00fcber 6000km den R\u00e4dern etwas Pflege zukommen lassen.<br \/>\nVielleicht treffen wir in Kairo David wieder und nehmen gemeinsam einen Abschnitt unter die R\u00e4der.<\/p>\n<p>Tom<\/p>\n<p class=\"Anhang\">\nFotos zu diesem Artikel: <a href=\"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=262\" title=\"Amman\/Jordanien - Aqaba\/Jordanien : Fotos\">Amman\/Jordanien &#8211; Aqaba\/Jordanien : Fotos<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf steiler Auffahrt verlassen wir Amman und m\u00fcssen uns dabei abermals stinkende Abgase sich ebenfalls qu\u00e4lender Fahrzeuge entgegenhusten lassen. 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