{"id":811,"date":"2009-01-25T00:18:40","date_gmt":"2009-01-24T22:18:40","guid":{"rendered":"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=811"},"modified":"2009-02-18T19:50:30","modified_gmt":"2009-02-18T17:50:30","slug":"colonia-del-sacramentourugay-cuidad-del-esteparaguay","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=811","title":{"rendered":"Colonia del Sacramento\/Urugay &#8211; Ciudad del Este\/Paraguay"},"content":{"rendered":"<p>In einigen L\u00e4ndern f\u00fchlt man sich von Anfang an sehr wohl, und selten tr\u00fcgt der Ersteindruck. Uruguay ist f\u00fcr uns so ein sympathisches Land.<!--more--> Es ist ruhig, die Menschen wirken entspannt und sind freundlich. Die Uruguayer haben im allgemeinen weniger Geld, als die Nachbarn in Argentinien. Daraus resultiert ein nostalgischer Chic. Was bei uns zu hohen Preisen im Antiquit\u00e4tenhandel seht, wird hier weiterhin benutzt. Besonders f\u00e4llt das im d\u00fcnnen Stra\u00dfenverkehr auf. Abgesehen davon, dass man noch viel zu Pferd unterwegs ist, fahren hier viele Autos, die schon etliche Jahrzehnte hinter sich haben. Allein der Rost scheint manche noch zusammen zu halten.<br \/>\nDennoch ist alles ausgesprochen aufger\u00e4umt, einfach, aber nicht heruntergekommen. In manch anderem Land fiel es uns immer schwer zu verstehen, warum Menschen ihre Umwelt nicht im Rahmen ihrer M\u00f6glichkeiten lebenswert gestalten, unabh\u00e4ngig eingeschr\u00e4nkter materieller Voraussetzungen, stattdessen in ihrem M\u00fcll hausen.<br \/>\nGleichzeitig hat Uruguay aber auch einige gute \u00f6ffentliche Strukturen und ist modern. Neben einem Auto von Fr\u00fcher, das im Schlepptau einen mit Hausrat beladenen Mopedanh\u00e4nger hat, der an der Sto\u00dfstange angebunden ist, weist ein Schild darauf hin, dass auf dem zentralen Platz ein Computer-Funknetzwerk zur Verf\u00fcgung steht (WLAN, das hier WiFi hei\u00dft).<\/p>\n<p>Schon nach 9 Tagen verlassen wir Uruguay. F\u00fcr einen Tag gibt es ein Probest\u00fcck Brasilien. Sofort f\u00e4llt ein gro\u00dfer Unterschied auf. W\u00fcrden wir dort von der Mehrzahl der Autofahrer gegr\u00fc\u00dft, gibt es hier nicht einen. Als wir auf der Landstra\u00dfe irgendjemanden stoppen wollen, um den Weg zu eruieren, gelingt das lange nicht. Alle fahren einfach weiter. Angst vor einem \u00dcberfall &#8211; als ausl\u00e4ndische Radfahrer sind wir wohl gut zu erkennen? Gibt es aber erst einmal einen Kontakt, zum Beispiel beim Einkaufen, sind die Brasilianer interessiert und freundlich wie in den meisten anderen L\u00e4ndern. Auch hat sich schon beim ersten Meter in Brasilien das Land maximal herforgetan. Es gibt weder Ein- noch Ausreiseformalit\u00e4ten oder Stempel. Das kommt mir entgegen, denn nach 2 Reisejahren ist mein Pass voll.<\/p>\n<p>Die erneute Einreise nach Argentinien dauert wiedermal lange, ist aber problemlos, da wir den Zoll auslassen. Die mehrheitlich sehr freundlichen Argentinier scheinen ihre unangenehmen Mitmenschen so weit es geht nach au\u00dfen zu setzen, an die Grenze eben, stecken sie in Zolluniformen. Die Einfuhr vieler Lebensmittel ist verboten. Mehr als Waffen, Drogen oder \u00e4hnliches, danach wird n\u00e4mlich nie gefragt, f\u00fcrchtet man das Einschleppen von Obstfliegen. Nach Meinung der Argentinier ist wohl deren einzige M\u00f6glichkeit der \u00dcberwindung einer Grenze, die kein nat\u00fcrliches Hindernis darstellt, das Reisen im Touristengep\u00e4ck. Uns scheint das hier, wie auch im benachbarten Chile, wirtschaftlichem Interesse zu dienen, muss man sich doch in jedem Land von Grund auf neu versorgen. In abgelegenen Gegenden, wo die n\u00e4chste Versorgungsm\u00f6glichkeit mit dem Rad ein paar Tage entfernt ist, sind wir zum Lebensmittelschmuggel gezwungen.<\/p>\n<p>Wir sind im Mate-Land. Zwar ist uns dieses Aufgussgetr\u00e4nk schon \u00fcberall in Argentinien begegnet, aber insbesondere hier im Anbaugebiet des Yerba (Mate) im Nordosten des Landes, in Uruguay, Paraguay und im S\u00fcden Brasiliens, kann man sehen, welch wichtigen Bestandteil der Alltagskultur der Tee darstellt.<br \/>\nKlassischer Weise wird aus der Kalebasse, ein Becher aus einem ausgeh\u00f6hlten Flaschenk\u00fcrbis, getrunken und durch die Bombilla, ein Trinkhalm aus Metall mit Teesieb am Ende. Das Getr\u00e4nk wird herumgereicht, und alle trinken an der selben Bombilla, so zu sehen auch im Fernsehen w\u00e4hrend der Talksendung. Hei\u00dfes Wasser kann man sich an jeder Tankstelle in die stets mitgef\u00fchrte Thermoflasche nachf\u00fcllen. Insbesondere in Uruguay k\u00f6nnen wir sehen, wie ein gro\u00dfer Teil der Menschen durch ihre Mateabh\u00e4ngigkeit, scheinbar k\u00f6nnen sie keine 5 Minuten ohne, zu Einarmigen werden. W\u00e4hrend sie ununterbrochen in einer Hand eine Kalebasse halten, die Thermoflasche unter den Arm geklemmt, schieben sie mit dem anderen Arm ihren Einkaufswagen durch den Supermarkt, steuern ihr Auto oder trinken Mate als Sozius auf dem Motorrad.<\/p>\n<p>Wo einst undurchdringlicher Dschungel war, findet man heute schwierig ein schattiges Pl\u00e4tzchen. Mate-, Zuckerrohr-Plantagen und Viehweiden nehmen heute diese Fl\u00e4chen ein. Die B\u00e4ume, die es noch gibt, fahren in Stapeln auf LKW an uns vorbei. Zahlreiche S\u00e4gewerke liegen am Weg. In der h\u00fcgeligen Region Misiones, unserem letzten Abschnitt in Argentinien, gibt es dann doch noch W\u00e4lder, die einen dunkelgr\u00fcnen Kontrast zur leuchtend roten Erde darstellen &#8211; rote Erde, die alles mit rotem Staub \u00fcberzieht und nass einen klebrigen, z\u00e4hen Matsch bildet.<br \/>\nUnangenehmer Weise brennt entweder die Sonne erbarmungslos, und bei Temperaturen im oberen 30\u00b0C-Bereich ist es mehr als 50\u00b0C hei\u00dfer, als zwischenzeitlich in Deutschland, oder es gewittert heftig.<\/p>\n<p>In Misiones besuchen wir die Ruinen der Jesuitenreduktion von San Ignacio Min\u00ed, eine Siedlung, wo einst Jesuiten-Missionare und Guarani-Indiana wirtschaftlich erfolgreich zusammenlebten. Heute wirkt diese Region \u00e4rmlicher, als der Rest des Landes. Vieler Orts sieht man einfachste Holzh\u00fctten, und vor allem scheinen am Rand der Gesellschaft die Indigenas zu leben.<br \/>\nUnd wir besichtigen die ber\u00fchmten Wasserf\u00e4lle von Iguazu, &#8222;Die sch\u00f6nsten Wasserf\u00e4lle der Welt&#8220;.<\/p>\n<p>Dann verlassen wir Argentinien, wo wir insgesamt 3 Monate verbracht und dabei 20 der 23, teils sehr unterschiedliche Provinzen bereist haben. Hier wurden wir am meisten auf unserer Reise beschenkt &#8211; Einladungen zum Essen, Kuchen,<br \/>\nCola, eine ganze Melone, ganze H\u00e4user wurden uns zum Bewohnen \u00fcberlassen. Zum Abschied darf sich Argentinien, dank der vielen Grenz\u00fcbertritte zu den Nachbarl\u00e4ndern, zum 13. Mal in unseren P\u00e4ssen verewigen.<br \/>\nMit einem Boot fahren wir \u00fcber die Stelle, wo der Rio Iguazu in den Rio Parana flie\u00dft, rechts von uns liegt Brasilien, links Argentinien, vor uns Paraguay.<\/p>\n<p>Tom<\/p>\n<p class=\"Anhang\">\nFotos zu diesem Artikel: <a href=\"http:\/\/tour-en-blog.de\/?p=812\" title=\"Colonia del Sacramento\/Urugay - Ciudad del Este\/Paraguay : Fotos\">Colonia del Sacramento\/Urugay &#8211; Ciudad del Este\/Paraguay : Fotos<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einigen L\u00e4ndern f\u00fchlt man sich von Anfang an sehr wohl, und selten tr\u00fcgt der Ersteindruck. 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